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Am
frühen Morgen nach Sonnenaufgang besteigen wir noch mal den Belchengipfel,
auch etwas neugierig, wie es den Jugendlichen ergangen ist. Diese sind aber
wohlauf, auch wenn sie über die Kälte der Nacht zu berichten wissen. Die Luft
ist noch sehr klar, so dass wir jetzt vom Säntis bis in die Westschweizer Alpen
ein schönes Panorama im Süden zu sehen bekommen.
Die Abfahrt vom Belchen am Sonntagmorgen bietet als besonderes Vergnügen eine
fast völlig autofreie breite Strasse, auf der uns nur der Urlauberpendelbus
begegnet. Auf 970 m genehmigen wir uns dann ein Frühstück mit Kaffee und Wurstbrötchen,
zwischen den vielen, bereits für ihre Motorradtour gerüsteten Bikern.
Es geht nun tief hinunter nach Utzenfeld und von dort Richtung Todtmoos
auf einer leider sehr motorradreichen Strasse. Die spitzen Passkehren fordern
die Fahrer immer wieder heraus und in teilweise atemberaubender Steillage fliegen
die Köpfe an uns vorbei. Kurz vor Erreichen der Passhöhe das berüchtigte Zischgeräusch
an Edis Hinterrad. Bei der Reparatur, wir haben zwei Packungen Flickzeug
bei uns, stellt sich heraus, dass der Schwalbe-Mantel nach vielen Tausend Kilometern
an einer Stelle tatsächlich fast vollkommen durchgescheuert ist. Der Schlauch
wird geflickt in der Hoffnung, dass die paar Meter zum nächsten Fahrradladen
wohl zu schaffen sein mögen.
Im
Wirtshaus Hochkopf am Passscheitel in 1080 m Höhe nehmen wir das Mittagessen
ein und steigen anschließend zum Hochkopf auf 1263 m zu Fuß hinauf und
genießen auf dem hölzernen Aussichtsturm das prächtige Panorama.
Bei
der Abfahrt nach Todtmoos verliert leider das Hinterrad wieder Luft. Auf einer
ruhigen Parkbank versucht Edi, den Reifen nochmals gründlich zu flicken, indem
er sowohl die Decke als auch den Schlauch mit den zahlreich vorhandenen Fahrradflicken
versieht. Zur Druckentlastung erhält der Schlauch im Bereich des kaputten Mantels
eine Fadenbandage.
 Da
Sonntags kein Mantel zu bekommen ist und Unsicherheit über den nächstgelegenen
Fahrradladen herrscht, entschließen wir uns, das schöne Wehratal in Richtung
Wehr zu nehmen. Das hat auch den Vorteil, dass bei gleichmäßigem Rollen der
Reifen praktisch nicht mehr belastet wird. Leider springt allerdings der Mantel
mehrmals aus der Felge und beim Wehratal-Staubecken ist endgültig kein Weiterfahren
und nicht mal mehr ein Weiterschieben von Edis Rad mehr möglich, da der Mantel
keinen Halt mehr findet und der Schlauch völlig ruiniert ist.
Wir lassen daher das Rad zurück, bepacken Annes Rad mit dem Gepäck und gehen zu
Fuß die drei Kilometer nach Wehr den Berg hinab. Dort finden wir auch
sofort den angepriesenen Fahrradhändler, der jedoch, wie sich herausstellte,
wegen Betriebsferien geschlossen hat. Wir übernachten in dem zweifelhaften Etablissement
Reissverschluss, da alle anderen Hotels entweder geschlossen sind oder zum Verkauf
stehen. Beim Griechen (Storchehus, Tel. 07762 1515) bringen wir noch in Erfahrung,
dass es in Schopfheim (6,5 km) und in Bad Säckingen (10 km) weitere Fahrradhändler
gibt.
Wehr - Bonndorf
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